Besuch bei Hearsafe Technologies
Treffen der Regionalgruppe Köln
Text & Bilder: Christoph Hilser
Text & Bilder: Christoph Hilser
Am 3. Dezember 2025 fand im Kölner Head-Office von Hearsafe Technologies, dem Spezialisten für angepassten Gehörschutz, In-Ear-Monitoring und Kommunikation, ein Regionaltreffen der Gruppe Köln statt. Eingeladen hatte der Gründer und Geschäftsführer Eckhard Beste.
Zunächst erwartete uns ein informativer Vortrag von Volker Holtmeyer von Audio Pro aus Heilbronn. Er befasste sich mit einem Thema, welches wahrscheinlich in Zukunft alle Tonschaffenden interessieren wird: Auracast. Dieses System sendet direkt auf Hörgeräte, Kopfhörer und weitere dedizierte Empfänger. Auracast ist ein von Herstellern unabhängiger Standard zur kabellosen Audioübertragung, der auf Bluetooth LE Audio basiert. Er eignet sich perfekt für die Hörunterstützung an öffentlichen Plätzen, wie Theatern, Kirchen, Kinos, Hörsälen, Bahnhöfen, Flughäfen usw. Die Handhabung ist sehr unkompliziert, vergleichbar mit induktiven Anlagen. Man wählt in einer Hörsystem-App den gewünschten Auracast-Stream aus, denn an einer Stelle können auch mehrere Streams gleichzeitig gesendet und empfangen werden.
Ein professioneller Auracast-Sender kann außerdem ohne Probleme an beliebig viele Geräte streamen. Der Auracast-Empfang ist schon jetzt bei vielen Endgeräten möglich und wird durch die Standardisierung in Zukunft zumindest bei allen aktuellen Hörgeräten gesichert sein. Durch den Aufbau von mehreren Sendeantennen können auch große Flächen abgedeckt werden; die Latenzen liegen um die 32 ms, wobei die Audioqualität deutlich besser als bei bisherigen Systemen sein soll. Weiterhin ist auch 2-kanalige Übertragung, also Stereo möglich.
Während des Vortrags gab es, neben leckerem Kuchen und Kaffee, natürlich die Möglichkeit, zu diskutieren und über zukünftige Anwendungsmöglichkeiten zu philosophieren. Eckhard Beste regte im Gesprächskreis an, diese neue Möglichkeit im Raum Köln weiterzuentwickeln und mediale Unterstützung dafür zu finden. Dieses System bietet Nutzungsmöglichkeiten und Chancen für alle – nicht nur für Menschen mit Hörbeeinträchtigung.
Anschließend führte uns Eckhard Beste durch die Räumlichkeiten seines Unternehmens. Wir beobachteten die Produktion der angepassten In-Ear-Monitorsysteme, die nicht nur auf den Bühnen der Welt Einsatz finden – Hearsafe-Produkte werden zum Beispiel auch in allen TV-Sendern eingesetzt, in großen und bekannten Orchestern und von Musikern aus Klassik, Pop bis Rock getragen. Ebenso erfreuen sie sich auch bei Security-Personal oder Schiedsrichtern bei Sportveranstaltungen großer Bekanntheit. Eine beachtliche Galerie von international und national bekannten Größen des Showbiz ziert die Gänge zwischen den einzelnen Räumen. Und Eckhard wurde nicht müde, seine Erfahrungen zu beschreiben: Kein Paar Ohren gleicht dem anderen!
So konnten wir uns die Gehörgänge (Ohrabdrücke) einiger Promis anschauen. Zur Herstellung wird ein spezieller, flüssiger Zwei-Komponenten-Silikon wird in den Gehörgang gespritzt, um die Anatomie des Ohres (innen und außen) darzustellen. Das Material härtet aus und kann nach kurzer Zeit aus dem Ohr entfernt werden. Dann wird eine Gegenform erstellt, die die Grundlage für die eigentliche Herstellung der individuellen Otoplastik aus Silikon ist. Je nach Produkt erfolgt dann die Installation der winzigen Treiber. Fertig ist das angepasste In-Ear-Set.
Das Ziel ist: bestmögliche Abschirmung der Umgebungsgeräusche und bestmöglicher Klang im Ohr. Alles in Handarbeit, Maßanfertigung, in zigfachen Modifikationen und bei ständiger Weiterentwicklung.
Nach vielen spannenden Geschichten ließen wir in einer nahegelegenen, typischen Kölner Kneipe in Zündorf den Abend bei Bier und Schnitzel ausklingen.