Verstärkung für das VDT-Office in Köln: Patrick Leuchter

Interview mit dem neuen Mitarbeiter

Text: Nick Mavridis Bild: Jeroen Truyen

Block 1

Die Aufgaben der Geschäftsstelle sind stetig gewachsen – und nun auch das Team: Seit April ist Patrick Leuchter mit einer halben Stelle für den Verein tätig. Wer das ist, womit er sich beschäftigt und, vor allem, was er künftig für den VDT tun wird, haben wir ihn kurzerhand selbst gefragt.

Block 2

Patrick, zunächst einmal Gratulation zum neuen Job, und auch danke, dass du den Verein künftig unterstützen wirst. Um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: Was sind deine Aufgabenbereiche, was hast Du vor?

Vielen Dank! Meine Aufgabenbereiche sind, soweit ich das bisher überblicken kann, sehr vielseitig und abwechslungsreich. Sie reichen von der Pflege und Ergänzung der Webseiteninhalte, also Termine, Blog-Einträge etc., über die Mithilfe beim Newsletter bis hin zur redaktionellen Unterstützung des Magazins. Es ist gerade erst meine zweite Woche; langfristig soll ich die Kolleginnen und Kollegen noch in vielen weiteren Bereichen unterstützen. Das reicht von der Verbandsverwaltung über die Außendarstellung bis hin zur Ansprache neuer Mitglieder. Die Arbeit macht auf jeden Fall Spaß, und das Team ist super nett und hilfsbereit.

Worauf freust du dich am meisten dabei?

2019 haben ein guter Freund aus der Branche und ich halb im Scherz immer mal wieder gesagt: „Mit 40 wollen wir nicht mehr täglich an der DAW sitzen, sondern auch mal andere, übergeordnete Aufgaben übernehmen.“ Der Plan ist halbwegs aufgegangen. Nun bin ich 41 und habe eine Menge neuer Aufgaben. Und sitze nur noch halbtags an der DAW – was dadurch auch wieder richtig erfrischend geworden ist. Im neuen beruflichen Umfeld freue ich mich insbesondere auf die Netzwerkarbeit, Veranstaltungen und die Mitarbeit am Magazin, welches ich seit Jahren als VDT-Mitglied gerne lese.

Block 3

Nun, es war ja auch nicht davon auszugehen, dass du deine bisherige Arbeit komplett an den Nagel hängst und die zweite Tageshälfte aus dem Fenster schauen wirst. Schön also, dass sich das alles so gut fügt. Was hast du denn bislang gemacht, wirklich immer nur volle Tage vor der DAW gesessen?

Block 4

Nein, nicht ausschließlich, aber viel! Als Student war mein erster Job in der Audiobranche beim WDR Köln, in der Hörfunkproduktion. Von dort ging es dann weiter in die Film- und Fernsehwelt. Ich sammelte einiges an Erfahrung und habe vieles ausprobiert: von Set-Ton bei Studentenfilmen bis zu Live-Sound für lokale Bands. Beim Film blieb ich bei der Audiopostproduktion hängen, dort vor allem Tonschnitt, Sound-Design und Mischung. Im musikalischen Bereich wurde mein Hauptbeschäftigungsort das Tonstudio (Aufnahme, Mischung, Mastering statt Live-Sound). Ich durfte an spannenden, teils preisgekrönten Projekten mitwirken und einige tolle Platten an sehr außergewöhnlichen Orten aufnehmen.

In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf Mastering spezialisiert. Dabei profitiere ich von der langjährigen und umfassenden Hörpraxis und Erfahrung in Aufnahme und Mischung. Es ist dieser doppelte Blick, der mich reizt und der mir zu liegen scheint – einerseits auf das große Ganze und andererseits auf kleinste Unstimmigkeiten. Ich gehe tatsächlich auch hin und bearbeite fiese S-Laute einzeln von Hand im RX-Editor, statt zu versuchen, ein De-Esser-Setting für ein gesamtes Stück zu finden. Hier fließt auch sehr viel Know-how aus dem Filmton und sogar aus den Anfangszeiten beim Rundfunk mit ein. Ähnlich wie bei der redaktionellen Arbeit: Man muss den gesamten Artikel sowohl im Kontext des Magazins einordnen und gleichermaßen kleine Fehler entdecken. Parallel dazu habe ich viele Jahre an Hochschulen gelehrt und gelegentlich als freier Autor gearbeitet.

Block 5

Da hast du ja schon Einiges gemacht. Wann trat in deinem Berufsleben eigentlich der VDT für dich auf den Plan?

Zu meinen frühen Studienzeiten wirkte der VDT von außen noch sehr elitär auf mich – nur an studierte Tonmeister*innen gerichtet. Ich selbst habe ein sehr praxisorientiertes Bachelorstudium in Audio Production und einen geisteswissenschaftlichen M.A. in Sound Studies/Musikwissenschaften absolviert. Im Laufe der Jahre hat sich der Verband jedoch sehr geöffnet und trägt heute der Vielfalt in unserer Branche Rechnung. Ich hatte damals einen tollen Dozenten, Hans Schlosser (heute VDT-Ehrenmitglied), mit dem ich über das Studium hinaus lose Kontakt gehalten habe. Irgendwann war es an der Zeit einzutreten, und er hat für mich gebürgt. Ich glaube, das war 2017. Vermutlich wollte ich neben den anderen Vorteilen auch einfach vergünstigt die TMT besuchen, die damals in Köln stattfand. (lacht)

Block 6

Du sagtest es schon, du hast zum Zeitpunkt dieses Interviews noch nicht einmal die ersten beiden Wochen der Einarbeitung hinter dir. Hat dich schon etwas überrascht oder hast du festgestellt, dass dich etwas besonders interessiert?

Block 7

Beim ersten tieferen Blick hinter die Kulissen hat mich doch erstaunt, wie wahnsinnig viele großartige Projekte und Initiativen vom Ehrenamt getragen werden und wie klein das Team eigentlich ist. Da fällt schon eine ganze Menge Arbeit für wenige Personen an. Weniger überrascht als bestätigt hat sich mein Eindruck, dass sehr viel Wert auf hohe Qualität gelegt wird: Sei es beim Magazin, den Inhalten und der Programmierung der Webseite oder dem Newsletter. Das gefällt mir.

Block 8